Batman: Arkham Asylum – Der Fledermausmann ist zurück

Veröffentlicht am 19 Jan 2014 - 8:07pm von Christian Rogge
GESAMT
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„Alle Einheiten zum Rathaus von Gotham City vorrücken. Der Joker wurde festgenommen. Batman ist auf dem Weg nach Arkham Island.“ – Dieser Funkspruch ist das Erste was man hört, wenn man Batman: Arkham Asylum startet. Und das Letzte. Der Bösewicht ist gefasst – das Spiel ist zu Ende. Naja gut, so einfach macht es uns die Action-Adventure-Comic-Verspielung aus dem Hause Rocksteady Studios nun auch wieder nicht. Und das ist auch gut so, denn sonst würden wir mal eben gut 8-12 Stunden Spielzeit, abhängig vom Schwierigkeitsgrad etc., allein für die Story verpassen. Nebenher gibt es zwar nicht so viel zu tun, aber dazu später mehr. Schauen wir uns doch erstmal die Story genauer an.

 

Asche zu Asche, Joker zu den Irren

Denn die Geschichte des von Eidos Interactive gepublishten Abenteuer des Fledermausmannes ist nicht, wie in leider vielen anderen Actionspielen, nur fades Beiwerk, sondern eine klasse inszinierte Story, die den Spieler packend mitten in die Psychatrie Arkham Asylum reißt. Genau dorthin verschlägt es die Fledermaus nämlich im ersten Teil der Arkham-Trilogie.

Aber von Anfang an. Die Story beginnt mit einem Angriff Joker´s auf das Rathaus von Gotham, bei welchem er, wie bereits erwähnt, von Batman geschnappt wird und anschließend von diesem im Batmobil weggebracht wird – und zwar zur namensgebenden Irrenanstalt „Arkham Asylum“. Von hier aus kann man nun auch selbst die Kontrolle über den dunklen Ritter übernehmen und sich während des noch sehr linearen Intros im „Anlieferungsbereich“ des Irrenhauses umschauen. Schon hier fällt auf, dass die Entwickler sich hier viel Mühe gemacht haben, was die Inszinierung der Geschichte angeht. Der Dialog zwischen Batman bzw. den Wärtern und Joker ist nicht nur ziemlich gut vertont, wobei gerade Jokers Sprecher eine Glanzleistung an Synchronisation darbietet, man trifft währenddessen auch noch auf (für Batmanfans) alte Bekannte wie Killer Croc, Jokers Gehilfin Harley Quinn und James Gordon vom GCPD (Gotham City Police Department).

Als Joker und seine Eskorte dann gerade im Fahrstuhl auf die Zellenebene fahren und Joker gerade über seine Pläne zur Ermordung hunderter Menschen plaudert, fällt mal zufällig der Strom aus. Und tatsächlich flieht der Joker NICHT wie erwaret während des kurzen Ausfalls der Beleuchtung; das macht er erst ca. 2 Minuten später, sobald Batman praktischer Weise durch eine stabile Plexiglasscheibe von ihm getrennt ist, sodass der Joker die Wachen überwältigen und somit fliehen kann. Dank Harley, die sich in der Hauptverwaltung der Psychatrie häuslich eingerichtet hat und somit kurzerhand die Insassen freilässt, übernimmt der Joker die Kontrolle über Arkham Asylum. Batman muss den kriminellen Haufen nun natürlich zurück hinter Gitter bringen, Joker aufhalten und kämpft irgendwo dazwischen auch noch gegen bekannte Bösewichte, wie…

Nein, das würde jetzt zu weit gehen. Wir wollen euch ja nicht die (zahlreichen) Überraschungen verderben, durch welche die ohnehin grandiose Story von Arkham Asylum nochmal einen Extra-Kick bekommt. Deshalb machen wir hier jetzt mal einen Punkt und kommen zum eigentlichen Gameplay.

Ein flüssiges Kampfsystem – auf dem Gamepad

Denn da gibt es jetzt erstmal in Punkto Steuerung für die Entwickler auf die Nuss – zumindest was die PC-Version angeht. Liebe Entwickler, wir wissen alle, dass sich solche Prügelspiele allgemein besser auf dem Gamepad spielen. Das ist aber noch lange kein Grund die Maus&Tastatur-Steuerung so dermaßen zu verhunzen. Ich meine, wir wollen ja nicht übertreiben, das Spiel lässt sich zwar mit Tastatur und Hardware-Nager spielen, aber um nur mal kurz z.B. die Tastenbelegung zu ändern, darf man sofort das ganze Game verlassen, neu starten und im Launcher kann man dann die entsprechenden Einstellungen treffen. Also die meisten. Sucht man nämlich z.B.den Regler für die Mausempfindlichkeit, so sucht man vergebens. Den hat man wohl mal ganz gepflegt vergessen, ebenso wie das freie Speichern. Nicht nur schade, auf Dauer auch echt lästig.

So, genug gemäkelt, schließlich ist das Spiel immer noch spielbar, mit Gamepad sogar echt gut. Das Kampfsystem ist intuitiv und simpel. Am Anfang hämmert man im Grunde nur auf die Angriffstaste ein und lenkt Batman in die Richtung der Halunken, denen er auf die Mütze geben soll. Später werden die Kämpfe immer komplexer: Man muss kontern, nicht-konterbaren Attacken ausweichen und mit Messern bewaffneten Gegnern zuerst Batman Umhang um die Ohren hauen, um ihnen ein (oder auch gerne Mehrere) auf die Nase zu geben. Das macht nicht nur tierisch Spaß, es bleibt durch die wachsende Schwierigkeit auch immer anspruchsvoll.

Aber es gibt nicht nur reine hau-drauf Kämpfe, sondern auch Schleicheinlagen, bei denen sich die Fledermaus von Wasserspeier zu Wasserspeier schwingt, um nicht gesehen und von den mit Gewehren bewaffneten Gegner in kleine Stücke geschossen zu werden, da Batman, im Gegensatz zu z.B. Superman, ja definitiv nicht unverwundbar ist. Diese Schleichattacken gehören genaustens geplant und sind dazu super atmospherisch. Wenn ein Gegner zum Beispiel einen ausgenockten Kollegen findet, alamiert er sofort seine verbliebenden Kameraden, die sich schleunigst auf die Suche nach dem Eindringling, also uns, machen. Mit jedem erledigten und anschließend entdeckten Gegner, steigt die Nervosität der verbliebenden, bis sie nach einiger Zeit richtige Panikattacken bekommen und verängstigt in die Dunkelheit schießen. In solchen Momenten zeigen sich die klaren Stärken der KI. Tolle Leistung, Rocksteady!

Jedoch bekommen nicht nur die Feinde mit der Zeit bessere Ausrüstung. Die kriegen wir natürlich auch! Wir könne nicht nur unsere Anfangsausrüstungsgegenstände, wie den Batarang, verbessern, wir bekommen auch komplett neue Items, etwa den krytographischen Sequenzer um Türen u.ä. zu hacken. Das alles gibts gegen einige Erfahrungspunkte, von denen man in der Story mehr als genug bekommt. Im eigentlichen Kampf sind die meisten Items zwar zur Spielerei, aber viele der Gegenstände sind wichtig um sich durch die Anstalt zu bewegen und an Orte zu kommen, an die man sonst nicht kommen würde.

Auch in Sachen Abwechslung gibt es wenig zu bemängeln: Während uns im Außenbereich Scharfschützen aufs Korn nehmen, treffen wir im Zellentrakt auf aggresive Häftlinge und müssen uns im Verlauf der Story im Gewächshaus mutierten Riesenpflanzen stellen. Was manche Spieler in dieser Hinsicht zu kritisieren hätten, sind die Aufgaben abseits der Story. Die sind nämlich quasi nicht existent. Es gibt zwar zahlreiche Riddler-Trophäen zu sammeln, für die man immer wieder knifflige Rätsel lösen muss, jedoch war es das im Großen und Ganzen auch schon. Uns hat es aufgrund des packenden Plots allerdings kaum gestört.

Was leider weniger gut gelungen ist, ist der Detektivmodus. In diesem per Knopfdruck aktivierbaren Sichtmodus sieht Batman Gegner und interaktive Objekte besser, zudem wird er während der Geschichte öfters benötigt, um Spuren, beispielsweise Fingerabdrücken, durch Arkham Asylum zu folgen. Das Problem des Ganzen ist, dass es ZU gut funktioniert. Im Grunde kann man das Spiel komplett im Detektivmodus durchspielen. Gerade die Schleichabschnitte werden so wesentlich einfacher. Damit Batman: Arkham Asylum nicht zum (langweiligen) Spaziergang wird, sollte man davon absehen die ganze Zeit in der Detektivsicht herum zu rennen. Dadurch wird das Spiel ersten, wie gesagt, an vielen Stellen viel zu Anspruchslos, und andererseits sieht man so viel zu wenig vom toll gelungenen Leveldesign. Und genau dazu kommen wir jetzt!

Die Unreal Engine in voller Pracht

Batman:Arkham Asylum läuft auf der Unreal-Engine 3 und sieht, wenn man das Erscheinungsjahr 2009 berücksichtigt, richtig gut aus. Die Wetterefekte sehen klasse aus und der leicht überzeichnete Hauptcharakter verändert sich im Laufe des Spiels spürbar: Anfangs noch in voller Fledermauspracht wirkt er zunehmend mitgenommener je weiter das Spiel voranschreitet. Batmans Anzug bekommt Einschusslöcher, sein Umhang Risse. Die Kampfanimationen wirken flüssig, die Atmosphäre bleibt die ganze Story lang wunderbar düster. Das Design von Arkham Island ist ebenfalls klasse umgesetzt. Trotz der, im Vergleich zum direkten Nachfolger Arkham City, recht kleinen offenen Welt, bietet diese doch genug Platz für weite Streifzüge auf der Jagd nach Bösewichten – und Erfahrungspunkten. Die allgemeine Gestaltung der Welt ist auch sehr gelungen: Die Insel ist vielfältig was ihr Design angeht, die Gebäude sind zwar größtenteils linear, jedoch fällt dies aufgrund der großen Räume nicht negativ auf. Alles in allem eine sehr gute technische Leistung die Rocksteady hier abliefert.

Ein Muss für jeden Batmanfan, eine Empfehlung für jeden Anderen

Kommen wir zum Fazit: Klasse Story – Check!; Super Atmosphäre – Check!; Intuitives und spaßiges Kampfsystem – Ebenfalls Check!

Zusammenfassend ist Batman: Arkham Asylum ein grandioses Action-Adventure mit klasse Kampfsystem und mitreißender Story, das trotz eines Alters von nun schon mehr als vier Jahren noch toll aussieht und sich – ein Gamepad vorausgesetzt – auch noch super spielen lässt. Trotz den wenigen Mankos die man in diesem Game findet servieren uns Rocksteady und Eidos hier ein klasse Gesamtpaket, dem wir eine eindeutige Kaufempfehlung für jedermann aussprechen.

Christian Rogge
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