Batman: Arkham City – Arkham geht in die zweite Runde

Veröffentlicht am 3 Feb 2014 - 10:23pm von Christian Rogge
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Nach dem Überraschungshit Batman: Arkham Asylum im Jahre 2009 meldet sich Rocksteady zwei Jahre später unter einem neuen Publisher zurück. Ob Batman: Arkham City ein würdiger Nachfolger der Action-Adventure-Comic-Verspielung ist und ob es sich seitens Warner Bros. Interactive gelohnt hat, die Rechte der Arkham Reihe zu erwerben klären wir in diesem Test. Kleiner Spoiler: Ja, es hat sich definitiv gelohnt!

Eine missglückte Pressekonferenz

„Da ist Batman!“ schreit der Halunke und begibt sich in Kampfstellung. Schade, es war so ein schöner Abend. Er und seine Bandenkollegen waren gerade dabei einen Safe zu knacken, sich etwas Taschengeld nebenher zu verdienen und selbiges nachher in der Kneipe nebenan wieder zu versaufen. Ein Abend wie jeder Andere. Aber nein, diese blöde Riesenfledermaus muss ihm ja einen Strich durch die Rechnung machen. Doch plötzlich stutzen er und seine Kameraden nicht schlecht: Statt Batman kommt ihnen eine schlanke Frau im Lederanzug und mit Peitsche entgegen. Nein, es ist nicht die Domina aus dem benachbarten SM-Club – die hätte wohl keine Katzenohren am Kostüm. Nach dem die Jungs einer nach dem anderen ausgeknockt wurden macht sich die Katze daran ihr Werk zu vollenden und den Safe zu knacken. Aber auch sie wird dabei leider unterbrochen – mehr wollen wir hier nicht verraten, genau so wenig, was Catwomen noch für eine Rolle spielen wird. Lasst euch überraschen.

Ortwechsel: Bruce Wayne, alias Batman, gibt eine Pressekonferenz zum Thema Innenpolitik. Genauer: er kritisiert die neue Anlage „Arkham City“, in der alle Kriminellen zusammengesperrt und sich selbst überlassen sind. Plötzlich rücken Polizeikräfte an, umstellen Wayne und schlagen ihn nieder. Bei seinem Erwachen findet er sich selbst in Arkham City wieder. Hier gibt es natürlich wieder einmal viel zu viel zu tun, weshalb er natürlich nicht per Batwing einfach nach Hause fliegen kann – nein er muss natürlich sämtliche Verbrechen in der Anlage verhindern und beschert uns damit gut 10 Stunden Spielzeit für die Story plus nochmal das doppelte für sämtliche Nebenaufgaben.

Wir könnten an dieser Stelle weiter ins Detail gehen, was die Geschichte von Arkham City anbelangt, aber das würde den Rahmen sprengen. Der Plot ist viel zu komplex, um ihn in ein paar Sätzen festzuhalten. Das würde ihm nicht gerecht werden. Deshalb nur soviel: Ihr begegnet innerhalb der Story beinahe jeglichen Bekannten (und weniger bekannten) Bösewichten aus dem Batmanuniversum. Und hier liegt auch ein großes Problem der Geschichte: während im Vorgänger Arkham Asylum trotz einiger Nebenauftritte von anderen Superschurken stets Joker als der klare Gegenspieler zu erkennen war, haben wir einen solchen klaren Hauptgegner in Arkham City im Grunde gar nicht mehr. Mal ist es der Pinguin, mal Two-Face, mal wer ganz anderes. Das ändert zwar nichts daran, dass die Story mehr als gelungen ist, aber ihr fehlt in dieser Hinsicht das gewisse etwas. Trotzdem bietet Rocksteady hier erneut einen klasse Plot, den man so schnell nicht vergessen wird.

Wohoo! Wir dürfen die Maus benutzen!

Oder besser gesagt: Wohoo, wir können die Maus benutzen. Genau das war nämlich im Vorgänger noch recht problematischt. Natürlich konnte man das Spiel per Maus und Tastatur spielen, aber die Steuerung war umständlich und allgemein nicht so optimiert wie das Gamepad. Jetzt hat Rocksteady fleißig nachgebessert, sodass wir endlich aufatmen können. Auf dem Gamepad spielt sich Arkham City zwar immer noch besser, aber wer keins hat, kann auch normal mit Maus und Tastatur steuern. Damit hätte Rocksteady den größten Kritikpunkt des Vorgängers schon mal eliminiert – Daumen hoch von uns dafür!

Am Kampfsystem hat sich hingegen nicht viel verändert. Eine kleine Verbesserung hier, eine etwas bessere Balance da… Das wars im Grunde auch. Wer den Vorgänger gespielt hat, wird hier blendent zurecht kommen. Das System hat auf Arkham Island super funktioniert und das tut es hier nun auch. Was so viel Spaß macht, muss nicht großartig verbessert werden. Wir lenken Batman immernoch in die Richtung des entsprechenden Gegners, während wir auf die Angriffs- bzw. Kontertaste hämmern. Ab und zu springen wir Schildangriffen aus dem Weg, werfen Feinden unsere Items an den Kopf und verwirren andere mit unserem Umhang. Wie gesagt keine Revolution, es war aber auch keine nötig.

Auch die Schleicheinlagen sind wieder mit von der Partie. Und auch hier hat sich nichts großartig verändert. Wir stellen Hinterhalte, hängen Feinde an Vorsprüngen auf, retten Geiseln indem wir die Geiselnehmer von hinter erledigen und so weiter. Auch dieses System ist bis auch leichte Veränderungen das Alte geblieben und macht immer noch so viel Spaß wie vorher.

Selbes gilt auch für die Items. Per Batclaw, Seilwerfer und co bewegen wir uns innerhalb von Arkham City fort. Erneut wurde hier nicht viel geändert. Das hört sich insgesamt vielleicht negativ an, wenn Rocksteady in allen diesen Punkten kaum Änderungen vorgenommen hat, ist es kaum. Wie heißt es so schön: „Never touch a running system!“ Und warum auch? Im Herzen ist Batman: Arlham City ein Arkham Asylum 2. Warum soll man das nicht merken? Einige mögen die fehlenden Unterschiede in diesen Aspekten als negativ betrachten, wir tun es jedenfalls nicht. Woran Rocksteady etwas geschraubt hat, ist die KI. Obwohl sie schon im Vorgänger klasse realitätsnahe war, ist sie es nun umso mehr. Nicht nur bekommen die Gangster bei Schleicheinlagen regelrechte Panikattacken, wenn schon wieder ein Kollege verschwunden ist, sie lernen richtig dazu: Wenn man vier, fünf Gegner per Aufhängen an einem Wasserspeier erledigt hat, fangen die Gegner an diese Vorsprünge zu zerschießen, damit Batman sich dort nicht mehr verstecken kann. Dies bringt zusätzliche Spannung ins Spiel und zwingt den Spieler dazu, verschiedene Technicken anzuwenden, um alle Gegner erfolgreich auszuschalten.

Was erneut leider nicht so gut funktioniert, ist der Detektivmodus. Erneut ist die Detektivsicht, in der man Gegner und mehr durch Wände sieht, viel zu mächtig ausgefallen. Innerhalb der Story wird sie hingegen sehr sinnvoll genutzt, z.B. um Verbrechen zu rekonstruieren oder erneut Spuren zu folgen. Tolle Idee, mehr als eine gelegentliche Abwechslung ist es jedoch nicht.

Und an Abwechslung mangelt es dem Spiel allgemein nicht. Neben der Story sind z.B. die Riddler-Rätsel zurück, die quer über Arkham City verteilt sind. Daneben gibt es noch haufenweise andere Missionen und Rätsel, die es zu lösen gibt. Diese gleiben insgesamt durchweg spannend, auch wenn die Laufwege manchmal etwas zu lange ausfallen. Das führt uns zum nächsten Punkt: der Spielwelt.

Arkham City ist definitiv größer als Arkham Island aus dem Vorgänger, wirklich riesig ist sie immer noch nicht. Die bereits erwähnten teils langen Laufwege haben ihren Ursprung im Herzen von Arkham City: dort liegt nämlich eine Verbotszone, die zu keinem Zeitpunkt, mal abgesehen von ein-zweimal in der Hauptstory, betreten oder durchquert werden kann. Das heißt: möchte man von der einen Seite auf die anderem darf man durch die komplette Stadt rennen, anstatt eben über die Zone zu gleiten. Das ist auf Dauer echt nervig, hat sonst aber keinen Einfluss auf das Gameplay.

Arkham City – Eine Augenweide

Batman:Arkham City schafft es erneut das Beste aus der Engine rauszuholen. Gerade höher gelegene Punkte mit weiter Aussicht auf die Stadt sind ein Genuss für die Augen – liebevoll platzierte Details so weit das Auge reicht. Das selbe gilt erneut für unseren Fledermausmann: Wie schon im Vorgänger verändert sich das Angesicht des dunklen Rächers im Laufe der Zeit: Je mehr Kämpfe er schlagen musste, desto mitgenommener sieht er aus. Das unterstreicht gerade Richtung Ende die düstere Atmosphäre. Auch das allgemeine Leveldesign ist gut umgesetzt: Gassen, Hauptstraßen und Häuserdächer bieten mehr als genug Platz um sich bewegungs- kampftechnisch richtig auszulassen. Die Charaktere und ihre Gestik und Mimik sind klasse animiert und designed. Technische Leistung auf höchsten Niveau – klasse, Rocksteady!

Eine gelungene Fortsetzung zu einem gelungenen Spiel

So, was sollen wir nun vom Nachfolger des Erfolgtitels Batman: Arkham Asylum halten? Ist er ein würdiger Nachfolger? Trotz kaum nennenswerter Änderungen in vielen Bereichen? Ja, das ist er. Rocksteady liefert erneut eine tolle, wenn auch zeitweilig etwas chaotische Story ab, dazu das gewohnt gute Kampfsystem und – oh Wunder – das ganze lässt sich sogar per Maus und Tastatur spielen; auch wenn wir trotzdem erneut ein Gamepad empfehlen würden. Die bekannten Schwächen eliminieren, die vorhandenen Stärken noch verbessern, einen neuen Rahmen darum und das ganze als Fortsetzung auf den Markt bringen. So muss das sein, tolle Arbeit!

Christian Rogge

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    Hallo, dies ist ein Testkommentar. Hoffentlich funktioniert das Plugin…