Zu Besuch bei Headup Games: Tristoy

Veröffentlicht am 18 Aug 2014 - 9:04pm von Axel Dockhorn
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Das Programmieren eines Spiels ist gar nicht so einfach. Sieht man einmal davon ab, wie viel Zeit und Geld man erst einmal aufbringen muss, benötigt man noch gute Ideen, Technik und Mitarbeiter. Ist das ganze dann doch fertig steht man direkt vor dem nächsten Problem: Wie soll man das ganze jetzt an den Mann bringen? Zum Glück gibt es Publisher, ich war für euch bei Headup games, die mir 5 Indie Games vorgestellt haben.

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Auf der Gamescom war es wie in jedem Jahr wieder gerammelt voll. Das Gefühl in mitten von so vielen Gamern zu sein ist zwar ein unglaubliches Erlebnis, kann jedoch auch mal anstrengend werden. Die Business Area ist da doch immer wieder eine Oase der Ruhe. Als ich dort am Freitag unterwegs war, um Visitenkarten zu tauschen und neue Kontakte zu knüpfen, wäre ich fast an einem kleinerem Stand vorbei gelaufen. Das, was mich aufmerksam gemacht hatte, war die Verpackung von „Super Meat Boy“, welche auf dem vorderen Tisch des Standes stand. Da ich das Spiel wegen seiner Schwierigkeit gleichzeitig hasste und liebte, wollte ich wissen, was es mit dem Stand auf sich hatte.

Im Hintergrund war ein Plakat aufgestellt worden, in deren vielen Quadraten die einzelnen gepublishten Spiele anzeigten. Als ich dort auch noch „The Binding of Isaac“ erkannte, schlug mein Herz sofort höher. Ich war ohne es zu wollen oder planen bei den Publishern meiner Lieblings Indie Spiele gelandet. Nach einer kurzen Vorstellung und dem Austausch von Visitenkarten kam ich mit den Leuten von Headup Games ins Gespräch. Normalerweise wird man als Journalist schnell abgewimmelt, eine Chance auf ein Interview besteht so gut wie gar nicht. Die Leute von Headup Games waren dagegen sehr offen und nett. Nach einem Interview wollte ich eigentlich gar nicht fragen, Interview Termine sind meistens schon Monate vorher alle ausgebucht. Umso überraschter und erfreuter war ich dagegen, als ich von ihnen einen Termin angeboten bekam.

Eine Stunde später kam ich also wieder an den Stand. Wir gingen zusammen in ein Hinterzimmer, wo ein Pc mit den besagten 5 Indie Spielen schon bereit standen. Nach dem üblichen Händeschütteln und Vorstellen gingen wir direkt ins Thema ein. Heute will ich euch 1 der 5 Spiele vorstellen, die ich dort live für euch anspielen durfte.

Tristoy – Ein Koop-Spiel: Wie weit würdest du für deinen Partner gehen?

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So gut wie alle Spiele lassen sich alleine durchspielen. Hat ein Spiel mal eine Koop-Funktion, so spielt man zwar gemeinsam die Story durch, doch eine richtige Beziehung zwischen den Charakteren wird dabei nicht hergestellt. In Tristoy kommen wir aber um das Zusammenarbeiten zwischen zwei Gamern nicht drum rum. Einen Einzelspieler Modus besitzt das Spiel erst gar nicht, wenn ihr das Spiel also durchzocken wollt, besorgt euch einen Mitspieler, der genauso viel Zeit und Lust hat, um das Spiel zu spielen. Hierbei hilft euch eine ganz neue Steuerungsmöglichkeit, über die ich später eingehen werde.

Das Spiel beginnt. Wir, Freedan, werden einen Kerkerturm hinauf gezogen. Als wir an der Spitze ankommen, werden wir mit einer Hexe konfrontiert, welche uns dazu zwingen will eine Schuld einzugestehen, von der wir gar nichts wissen. Hier werden wir zum ersten Mal in das riesige Gefilde der Dialoge von Tristoy geworfen. Wir haben die Wahl: Wollen wir uns wiedersetzen und Folter riskieren? Oder im Angesichts dieser doch lieber direkt die Schuld eingestehen. Wir könnten auch einfach behaupten, von nichts zu wissen und eher passiv zu bleiben. Alles was wir sagen, hat direkte Auswirkungen auf den Spielverlauf. Dabei kann es sogar soweit gehen, dass wir im Dialog sterben.

Ich bleibe lieber passiv – und werde damit direkt mit Stromstößen von der Hexe belohnt. Bevor sie jedoch zum zweiten Schlag ausholen kann, bricht die Wand hinter ihr auf und begräbt sie. Hervor kommt Stayn, ein Zauberer, der jedoch zur Zeit nur noch in einer Geisterform existiert. Er ist der zweite Charakter, der gesteuert werden kann. Ab hier beginnt der Koop Teil. Und das direkt mit einer Entscheidung. Da der Geist geschwächt ist, braucht er Energie zum Fortbestehen. Er bittet uns um Hilfe, in dem wir ihm Energie, welche aus unseren Lebensjahren bestehen, abgeben. Hier sind wir wieder gefragt. Wollen wir ihm ein, zwei oder fünf Jahre unseres Lebens schenken? Zu bedenken ist hierbei jedoch: Mit jedem weiterem Jahr werden wir schwächer und unser Mitspieler stärker. Wir müssen entscheiden, ob wir für unseren Partner zurückstecken wollen, oder lieber nicht.

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Die nächsten Level, welche wir durchspielen, bringen uns dem Gameplay näher. Stayn kann durch seine Zauberkräfte die überall verteilten Zahnräder bewegen und dadurch die Umgebung beeinflussen. Dafür kann er aufgrund vom Fehlen seines Körpers keine Gegenstände verschieben. Genauso sieht es beim Bekämpfen der Gegner aus. Unser Mitspieler muss mit Stayn zuerst die Verteidigung durchbrechen bevor wir mit Freedan zuschlagen können.

Nachdem wir den ersten Boss besiegt haben endet für mich die Spielzeit. Davor darf ich aber noch den Schlüsselmeister kennen lernen, einen weiteren Gefangen. Er redet nur in Reimen und gibt uns einen Schlüssel für den nächsten Bereich.

Tristoy macht auf jeden Fall Spaß. Das Prinzip des Koop Modus wird hier neu aufgerollt und ist erfrischend. Damit wir direkt nebeneinander sitzen können, gibt es das Uniplay. Dies ist eine App, die wir uns kostenlos downloaden können. Wenn wir direkt nebeneinander sitzen können, ist es noch einmal ein ganz anderes Gefühl, denn wir können unserem gegenüber direkt zu verstehen geben, was wir von seinen Handlungen halten.

 

Kein Theme ausgewählt, oder das Theme wurde gelöscht.

 

Was mir Headup Games noch so gezeigt hat, seht ihr in den nächsten Tagen, soviel schonmal: Es lohnt sich auf jeden Fall mal bei ihnen vorbeizuschauen.

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  • GustavTheBog

    Ich habs auch schonmal anspielen könnten (also die Beta version). Gibts Informationen dazu, wann es genau rauskommt und ob man 2 Keys braucht, wenn man über SteamNetwork spielen will?