Nightbanes – Review: Mit Vampirkräften zum Sieg

Veröffentlicht am 31 Mrz 2015 - 11:51am von Axel Dockhorn
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Vampire haben spätestens seit einer gewissen Filmreihe an Mystik abgenommen. Wie aber sieht es aus, wenn man dies auch noch mit dem Sammelkarten Genre vermischt, dass mittlerweile weit verbreitet ist? Nightbanes überrascht mit einer angenehmen Spielweise und räumt mit kitschigen Vorurteilen über Vampire auf.

nightbanes-chronicles-of-blood

Direkt zu Anfang sei gesagt: Die Entwickler haben mit diesem Spiel das Rad nicht neu erfunden. Sammelkarten sind mittlerweile in fast jedem Haushalt mit Kindern zu finden, es gibt wenige Jugendliche heutzutage, die nicht aus ihrer Kindheit noch einen Stapel Yu-Gi-Oh! oder Pokemon Sammelkarten rumliegen haben.

Um mit so einem Spiel durchkommen zu können benötigt es also entweder einen interessanten Hintergrund oder ein gutes Gameplay. Ob dies Nightbanes schafft haben wir für euch getestet.

Nightbanes – ein düsteres Spiel

Wer auch nur kurze Spielzeit in Nightbanes verbringt erkennt schnell, dass es sich hierbei nicht um einen Ponyhof handelt. Wer süße Feenkarten oder Toon-Monster erwartet wird in diesem Spiel nicht seine Erfüllung finden, denn hier regiert die Nacht, mit all ihren Werwölfen, Vampiren und Monstern. Interessanterweise wurden mit den korrupten Mafiosi und Straßengangs auch auf moderne Themen Bezug genommen, wobei Karten wie der Zombierocker auch mal die Kluft zwischen alt und neu sprengen.

Die Karten

Somit sind wir schon mittendrin in dem ganzen Gemenge aus Karten, in dem man sich erstmal zurechtfinden und einlesen muss. Um euch den Überblick zu erleichtern, schauen wir uns mit euch einmal gemeinsam eine Karte an:

Basilisk

 

Sieht man sich eine Karte an, ist das erste worauf man achten sollte (neben dem Bild natürlich) die beiden Zahlen links und rechts oben in den Ecken. Den diese beschreiben zum einen den Angriffswert (links oben) und den Verteidigunswert (rechts oben). Sollte der Verteidigungswert, der die Lebenspunkte darstellt, auf Null sinken, ist das Monster zerstört. Hinzu kommen die Fähigkeiten, die im Grunde in den meisten Fällen selbsterklärend sind. So würde ein Basilisk einem anderen Basilisken nur 2 Schadenspunkte hinzufügen, da Zähigkeit den Schaden um 1 verringert. Natürlich nur, wenn der andere Basilisk ihn nicht vorher betäubt und somit angriffsunfähig gemacht hat.

Ein weiteres wichtiges Merkmal sind die Blutlust-Punkte, dargestellt an den Bluttropfen unter dem Namen. Nach jedem Zug des Spielers füllen sie sich um einen Punkt auf, und erst bei voller Füllung ist es dem Monster erlaubt anzugreifen. Natürlich kann man dies mit Fähigkeiten beschleunigen oder verlangsamen.

Und es geht direkt in den Kampf

Das Ziel des Spiels ist klar: Die Lebenspunkte des gegnerischen Lords auf Null bringen. Den dieser ist genauso eine Karte wie alle anderen auch, wobei er nicht direkt angreifen kann. Stattdessen sind einige Lords mit Fähigkeiten ausgestattet, die entweder schwach sind und mehrfach ausgeführt werden können oder aus einem einzig starken, aber nur einmal einsetzbaren Zauber bestehen.

Der Ablauf des Spiels wiederholt sich immer wieder. Karten können nur die ihnen direkt gegenüber liegenden Karten angreifen. Liegt dort keine Karte, so kann sie den Lord direkt angreifen. Natürlich gibt es hier aufgrund von Fähigkeiten immer wieder Veränderungen auf das Gameplay, welche schnelles Eingreifen und Handeln erfordert, um sich nicht selbst auf einmal in einer schwierigen Situation zu sehen. Denn die Ausrüstungskarten, welche die Karten sowohl in ihrer Offensive als auch Defensive stärken können, wenden das Blatt schnell einmal. Hinzu kommen die Artefakt-Karten, mächtige Reliquien, welche selbständig Zauber wirken können und erst mit Fähigkeiten zerstört werden müssen.

Nightbanes Kampf 1

Hinzu kommen noch Zauber-Karten, um einmalige Effekte auszulösen und die Reiter-Karten, mit denen wir unseren Lord einen Gefährten zur Seite stellen können, der ihn schützt und zusätzliche Fähigkeiten verleihen kann.

Nightbanes erlernt man eigentlich erst richtig beim selber Spielen. Aber nach dem Kampf ist das Spiel noch lange nicht zu Ende.

Es gibt viel zu tun.

Wer kennt es nicht, das stundenlange brüten darüber, welche Karte man jetzt ins Deck nehmen soll oder nicht. Dies ist auch bei Nightbanes der Fall.

Jedoch kann man hier auch die Karten verbessern oder Aufwerten. Dieses ist eine Neuerung, die das Spiel besonders interessant macht. Mithilfe von Blutperlen, welche man durch Kämpfe erhält oder durch den Ingame Shop erhalten kann, stehen dem Spieler verschiedene Möglichkeiten zur Individualisierung seines Decks zur Verfügung.

Dies ist allerdings noch nicht alles. Neben dem simplen Verbessern von Karten gibt es zusätzlich die Evolution, in der man bis zu drei Karten zu einer stärkeren Karte fusionieren kann. Je nach stärke dieser neuen Karte braucht man eine unterschiedliche Anzahl der Ausgangskarten sowie Blutperlen.

Nightbanes Evolution

Wer sich durch diese Übermacht erschlagen fühlt, kann sich beruhigen: Es gibt sowohl einen Mehrspielermodus um Ranglistenpunkte als auch einen Einzelspielermodus, in dem man gegen Monster und deren Decks vorgehen kann. Der Singleplayer gewährt einem zusätzlich nach Siegen über die KI eine Chance auf neue Karten, optimal um sich auf die kommenden Schlachten vorzubereiten.

Fazit

Nightbanes kommt noch nicht direkt an die großen Sammelkarten Titel heran, entwickelt jedoch seinen eigenen Charme. Die Anzahl der Karten hält sich zurzeit noch in Grenzen, wird aber weiter erweitert werden.

Zu Empfehlen ist es in jedem Fall, es macht einfach Spaß und wenn man dem Spiel erst einmal eine Chance gibt, kann man sich auch relativ schnell einspielen. Zu guter Letzt habt ihr hier eine einmalige Gelegenheit, direkt bei dem Aufstieg eines neuen Spiels mit dabei zu sein. Nightbanes ist in seinem Anfangsstadium und wer weiß, vielleicht erlebt ihr ja den nächsten großen Erfolg direkt von Anfang an mit?