Giana Sisters: Dream Runners – Mit Eulen in den Wettkampf / Review

Veröffentlicht am 30 Jun 2015 - 6:50pm von Axel Dockhorn
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Nachdem Giana Sisters: Twisted Dreams einige radikale Veränderungen zu dem Vorgängertitel The Great Giana Sisters hervorgebracht hatte, plant nun das Entwicklerstudio Black Forest Games einen Schritt weiter zu gehen und nähert sich Spielen wie SpeedRunners an.

Wer schon mal Giana Sister: Twisted Dreams gespielt und sich nun unsere Preview angesehen hat, dem werden einige Veränderungen aufgefallen sein. Wir haben das Spiel für euch angespielt und uns mit den Details einmal auseinander gesetzt.

Ein bisschen was zum Hintergrund

Für diejenigen, die die Vorgänger-Titel noch nicht gespielt haben, hier einmal eine kleine Auffrischung für euer Gaming-Wissen. Die Spiele waren durch und durch Plattformer. The Great Giana Sisters, welches 1987 erschien, war noch fast gänzlich eine Kopie von Super Mario Brothers von Nintendo. Aufgrund der massiven Ähnlichkeit wurde der Verkauf eingestellt, wodurch der Sammlerwert heutzutage bis auf über 1000 Euro anstieg.

Nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Nachfolger auf dem Nintendo DS gab es erst Mitte 2012 frischen Wind um den Namen Giana Sisters. Das Entwicklerstudio Black Forest Games startete ein Kickstarter Projekt für das Spiel Giana Sisters: Twisted Dreams. Und so kam gegen Ende des Jahres ein Giana Sisters auf den Markt, dass einige innovative Neuheiten im Gepäck hatte und selbst für erfahrene Spieler das ein oder andere schwere Level in Petto hielt.

Sehen wir uns das Ganze erst einmal an

Zuerst kann man sich natürlich die Frage stellen: was gibt es denn jetzt überhaupt Neues? Hierzu kann schnell gesagt werden: Es gibt vieles, was aus dem Vorgänger entnommen worden ist. Und trotzdem ist es nicht dasselbe.

Die Idee, ein bereits bewährtes Spielprinzip auf ein solches wie das eines Rennspiels wie SpeedRunners zu übertragen, hätte mit Sicherheit nicht mit jedem Spiel geklappt. Besonders die Grafik und das Wechseln zwischen den Welten gibt Dream Runners ein Aussehen, was es von SpeedRunners abgrenzt. Auch die Moves und Items sind dem Stil von Giana Sisters angepasst, so dass es zwar an ähnliche Spiele angelehnt ist, aber immer noch stark für sich allein steht.

Jetzt aber endlich ins Spiel

Im Spiel selber gibt es zuerst einmal drei verschiedene Spiel-Modi, aus denen wir aussuchen können: Ranglisten-Spiel, Schnelles-Spiel und Eigenes-Spiel. Während die ersten beiden Modi auf das Online spielen ausgelegt ist, bietet uns das eigene Spiel Zeit für eine LAN-Partie. In den folgenden Menüs richten wir erst einmal unsere Charaktere ein. Neben bekannten Chars wie den Giana Sisters lassen sich auch neue Gesichter blicken, die man aber erst durch bestimmte Achivements freischalten muss.

Kein Theme ausgewählt, oder das Theme wurde gelöscht.

Danach können wir uns eine aus 9 verschiedenen  Maps mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad aussuchen. Ähnlich wie bei den Leveln von Twisted Dreams gilt hier: man muss mit Köpfchen spielen und durchaus gute Reaktionen haben, um fehlerfrei durch zu kommen.

Besonders auf die beiden aus Twisted Dreams bekannten Moves „Twist“ und „Dash“ müssen wir achten. Twist funktioniert wie ein normaler Sprung, wir fallen aber deutlich langsamer und können auf Windböen mitfliegen. Der Dash wurde etwas modifiziert, wir fliegen nicht mehr gerade aus, sondern schießen eher wie eine Kanonenkugel im Bogen nach vorne. Hierbei können wir aber auch von Objekten wieder zurückprallen, so können uns Wände, die wir nicht einberechnet haben, auch einmal ein ganzes Stück zurück werfen.

Auf ins Getümmel

Ist die Map geladen und der 3 Sekunden Timer abgelaufen, geht es direkt los. Ein Faktor, den vor allem Leute die noch keine Erfahrungen mit Twisted Dreams machen konnten, ist der ständige Wechsel zwischen den Welten. Sollte man über einen der leuchtenden Orbs oder durch eine Barriere laufen, ändert sich das Erscheinungsbild der Strecke. Dies betrifft unter anderem die Gegner, die uns entgegen kommen (Eulen wechseln zu Dämonen), aber auch besonders einige Wände und Hindernisse. Bei geschicktem Einsatz kann man sich selbst eine Abkürzung schaffen und den Mitspieler mit einer plötzlich auftauchenden Wand nerven.

giana sisters glutschnee

Auf dem Glutschnee-Gipfel wechseln sich Winter und Vulkanlandschaft im laufendem Band ab.

 

Neben den Moves und dem Weltwechsel stehen uns zusätzlich noch einige Items zur Verfügung. Auch hier muss man sich den Zeitpunkt gut aussuchen, zwei Faktoren spielen eine Rolle: „Treffe ich etwas?“ und „Bringt es mich nach vorn?“. Sollte man das Spiel mit mehreren Leuten über einen Computer spielen kommen auch noch die Faktoren „Wie sind die anderen drauf“ und „Bin ich in ihrer Schlag- bzw. Wurfreichweite?“ ins Spiel. Denn die Items können das Blatt schnell einmal wenden. Besonders die Fähigkeit sich zu teleportieren und dabei den Platz mit dem Mitspieler zu tauschen kann den ersten und letzten Platz schnell vertauschen.

Um noch ein paar andere zu nennen: Um eher defensiv zu spielen können wir Eulen/Dämonen beschwören, die den anderen in den Weg laufen können. Auch der manuelle Weltwechsel kann einem den Platz sichern, benötigt aber ein gutes Timing und Kenntnisse der Map.

Es gibt auch eine ganze Reihe von Sachen, die man schießen kann. Mann kann eine große Kanonenkugel schießen und kleinere, die sich erst mit einem Twirl aufladen müssen. Auch ein verfolgender Stachelball ist im Repertoire und zu guter letzt kann man sich auch selbst mit einem graden Dash schießen.

Der Reiz am ganzen liegt besonders in der Reihe von Möglichkeiten, wie jedes Item eingesetzt werden kann. Erst durch eigenes Experimentieren bekommt man ein Gefühl dafür und kann den Anderen den ersten Platz streitig machen.

Das Fazit zum Schluss

Die Mischung aus Giana Sisters und dem Rennspiel-Genre kommt einem zuerst gewagt vor. In der Umsetzung stellt sich doch heraus, das beides durchaus zu einander passt. Hinzu kommt die schöne Grafik und Hintergrund-Musik, die einen ganz eigenen Flair mit sich bringen.

Am Meisten Spaß macht es, wenn man mit mehreren Leuten zusammen sitzt und zockt. Hierbei kommen Gefühle auf, die an das kompetitive spielen bei Mario Kart heran kommen. Für ein paar gemeinsame Runden lohnt sich das Spiel auf jeden Fall, allerdings wird die Frage nach dem Langzeit-Erlebnis stark vom Charakter des Spielers abhängig sein. Das Ranglisten-System gibt bereits gute Ansätze, um eine Community zu erschaffen mit der man auch über längere Zeit um den Titel ringen kann.