ARK: Survival Evolved: Ein Erster Eindruck des Dino-Abenteuers

Veröffentlicht am 25 Jul 2015 - 6:45pm von Christian Rogge

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Early Access ist immer so eine Sache. Man bezahlt, zum Teil recht viel, Geld für ein Spiel, welches nicht einmal fertig entwickelt ist. Das bedeutet in den meisten Fällen Bugs und Performance Probleme ohne Ende, unfertige Spieleinhalte und allgemein ein manchmal noch recht unfertiges Spielgefühl. In wie weit dies auf das Spiel ARK: Survival Evolved zutrifft, wollen wir in dieser kleinen Preview näher beleuchten. Wir fangen an mit der…

…weniger packenden Story.

Nun ja, wir wachen in ARK bei Spielbeginn, nachdem wir uns in einem noch recht dürftigen Charakter-Editor unsere Spielfigur erstellt und benannt haben, irgendwo an einem Strand auf; Wir haben Hunger, es ist kalt, wir sind quasi nackt und komplett ohne Unterkunft. So weit unterscheidet sich ARK nicht wirklich von herkömmlichen Survival Games a la Stranded Deep. Wären da nicht die gigantischen Urzeitechsen, welche die Insel unsicher machen. Aber dazu später mehr. Insgesamt ist die Story von ARK recht dünn, was aber bei einem Spiel seiner Art auch niemanden stört. Von daher gehen wir direkt weiter zum…

…wesentlich packenderen Gameplay!

Kaum aufgewacht bemerken wir direkt, anhand des übersichtlichen, aber ausreichenden HUDs, dass wir durstig sind. Also stürzen wir uns erst einmal in die Fluten des nahe gelegenen Meeres und trinken durstig ein, zwei Schlücke. Doch bald bemerken wir, dass Durst bei weitem nicht unser größtes Problem ist: Wir haben Hunger. Massig Hunger. Stehen wir nur in der Gegend rum oder gehen in normalem Tempo irgendwo entlang, so hält unser Magen doch recht lange durch, doch sobald wir anfangen zu rennen, hacken, kämpfen oder sonst wie körperliche Arbeit zu vollrichten, so sinkt der Hungerbalken erschreckend rasch. Diesen können wir dürftig mit den fast überall wachsenden Beeren auffüllen. Besser jedoch: Wir machen uns ein Lagerfeuer und braten etwas Fleisch. Doch das müssen wir erst einmal aus einem der anderen Inselbewohner herausschlagen. Und die haben es in sich: Von friedlichen Parasauriern und dem schweineähnlichem Phiomia bis hin zu aggressiven Dilophosauriern haben wir bereits am Strand eine kleine Auswahl der Dinosaurier und anderer Urzeittieren zu bewundern. Doch kommt man weiter ins Inland der Insel, so wird es immer gefährlicher: Außer fiese Raptoren und erstaunlich gefährliche Rieseninsekten können wir, wenn wir Pech haben, einem Carnosaurier oder – noch schlimmer – einem ausgewachsenen T-Rex in die Arme laufen.

Deshalb gilt: wir bleiben am Strand – zumindest für den Anfang. Also schlagen wir, ganz in gewohnter Minecraft-Manier, mit puren Fäusten auf Bäume ein und sammeln Farn, um uns eine Spitzhacke, eine Axt und anschließend mit Feuerstein einen ersten Steinspeer zu craften. Damit gehen wir dann auf die Jagd, fällen Bäume und hacken uns durchs Gestein, um uns die Materialien für eine erste Behausung zusammen zu schustern. Während dessen leveln wir mit fast allem was wir tun unseren Charakter auf und verteilen Punkte auf Charaktereigenschaften, etwa mehr Schaden, Leben oder Tragekapazität. Außerdem erlernen wir Rezepte zum Craften und bauen unsere bescheidene Wohnung aus. Und ich könnte jetzt noch von den Supply Drops auf verschiedenen Leveln, den Obelisken mit den Endbossen oder der Befriedigung erzählen, welche man nach erfolgreicher Zähmung eines Raptors verspürt. Doch das würde den Rahmen sprengen. Trotzdem ein Funfact nebenher: Den Kot, welchen wir, ebenso wie die Dinosaurier, von Zeit zu Zeit zu Boden plumpsen lassen, können wir beispielsweise als Dünger für Felder benutzen. Lustige Spielmechanik, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig.

Beim weiteren spielen lässt es jedoch nicht lange auf sich warten und wir treffen auf die ersten Mitglieder der…

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…durchwachsenden Community.

ARK macht mehr Spaß mit mehreren Leuten. Das ist Fakt. Wir können uns zu einem Tribe zusammenschließen und gemeinsam jagen, sammeln und bauen. Hierbei bietet es sich an, uns zu spezialisieren: Zwei Leute werden Jäger, einer Spezialist zum Bauen, ein anderer sammelt mit hoher Laufgeschwindigkeit Beeren. Damit geht alles gleich viel schneller, einfacher und spaßiger. Jedoch geht es auch anders: Während einige fremde Spieler nach einem netten Plausch per Voicechat weiter ihren eigenen Wegen folgen, sind andere Spieler wesentlich aggressiver und nehmen teilweise gesamte Wohnblöcke von armen Anfängern auf Dinos reitend auseinander. Denn ja – ab einem gewissen Level kann man die Kreaturen betäuben, zähmen und anschließend auf Satteln auf ihnen reiten und in den Kampf ziehen. Leider gibt es auch hier, wie im Rest des Spiel und allgemein so oft in Early Access spielen, wieder einmal…

…unzählige Spielfehler.

Ein Brontosaurus der unser Haus hinauf glitcht, ein Parasaurus der in einem Stein festhängt, ein Spontantod durch einen Serverlag. Ja, ARK ist nicht perfekt und noch weit davon entfernt. Das gilt auch für andere Bereiche des Spiels: Die Grafik ist äußerst fordernd und überzeugt im Kontrast dazu aber nicht wirklich. Die Animationen der Dinosaurier sind staksig und die Kämpfe, gerade gegen kleinere Exemplare, spielen sich zunehmend hakelig. Das alles mag, gemeinsam mit den teils rapiden Performance-Problemen, den Spielspaß ab und an bremsen, jedoch muss man dem Spiel zugute halten: Es ist Early Access. Wer hier ein fertiges, fehlerfreies Spiel erwartet, der hat sich im falschen Genre umgesehen. Nichtsdestotrotz macht das Spiel unglaublich viel Spaß, teilweise gerade wegen der oft recht amüsanten Bugs. Außerdem arbeitet das Team hinter ARK fleißig weiter an neuen Inhalten, Bugfixes und Performanceverbesserungen. Deshalb kommen wir nun zu einem vorzeitigen…

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Fazit!

Wie bereits gesagt: ARK ist noch weit von der Perfektion entfernt, doch das ist nicht einmal wirklich tragisch. Natürlich nerven einige Bugs und gerade die Performanceprobleme können einem in wichtigen Situationen schon einmal den Tag verhageln. Jedoch kann das ein plötzlich aus dem Dickicht brechender Tyrannosaurus Rex auch. Und genau in der daraus folgenden Hetzjagd, die von einem Triceratops beendet wird, welcher mit Unterstützung eines stachligen Stegosaurus den T-Rex zu Fall bringt, beweist das Spiel seine Stärken. Insgesamt kommt ARK mit zahlreichen Inhalten und Features daher und es ist vollkommen berechtigt, dass das, mit 28€ doch recht teure Early Access Spiel, unter den Top 5 der Steam Verkaufcharts verweilt. Ob man nun, ebenfalls berechtigt, erst einmal auf weitere Verbesserungen und Updates warten will, oder überlegt, sich das Game direkt zuzulegen: Eine Kaufempfehlung, gerade wenn man die Möglichkeit hat, mit mehreren Leuten zu spielen, sprechen wir für das Dino-Abenteuer definitiv aus!

Christian Rogge

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